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Blomberger Nelkenfest

In der Tat, Blomberg hat fast alles. Mehrere Schulen, Einkaufsläden, eine Klosterkirche und ebend auch eine Städtepartnerschaft mit Lieusaint. Mit einer Einwohnerzahl von rund 16.000 Personen und einer Geschichte von über 725 Jahren gibt es in Blomberg viel zu entdecken!







Geschichte:

Klosterkirche Blomberg

Die Stadt Blomberg wurde zwischen 1231 und 1255 vom lippischen Grafen Bernhard den 3. gegründet. Eine Siedlung entstand hier bereits ab den 6. Jahrhundert durch die Zuwanderung von Altsachsen. Die Entstehung der Stadt Blomberg wurde vor allem dadurch begünstigt, dass sich dort drei mittelalterliche Handelsstraßen kreuzten.
Im 13. Jahrhundert wählte Simon der 1. Blomberg als seinen Wohnsitz aus und errichtete dort die heute noch gut erhalten Burg Blomberg. Um sich gegen feindliche Angriffe und Diebe schützen zu können, errichtete man zu dieser Zeit eine Stadtmauer. Von dieser sind heute noch Teile am Pideritplatz und in Burgnähe, zusammen mit dem Niedertor, eines der ehmaligen Stadttore sichtbar.
Diese Stadtbefestigung konnte Blomberg im 1447, als der Erzbischof von Köln die Stadt belagern ließ, nicht mehr schützen. Seine Söldner zerstörten die mittelalterliche Stadt nahzu vollständig. Ihr Wiederaufbau begann erst 1468 unter Bernhard 7.

Rundgang entlang der alten Stadtbefestigung mit Blick auf das Niedertor

Zu dieser Zeit wurde Blomberg auf Grund eines Heilbrunnens bei Pilgern sehr beliebt. Um diesen Brunnen rangt die wohl bekannteste Sage der Stadt:
Eine Frau namens Alheyd Pustekoke stahl 45 geweihte Hostien aus der Martinikirche. Aus Angst endeckt zu werden warf sie die Hostien in einen Brunnen im seeligen Winkel. Diese versanken nicht, sondern schwammen auf den Wasser, sodass man Alheyd schließlich des Diebstahls überführte und hinrichtete. Der Brunnen im seeligen Winkel soll seither Heilkräfte besitzen.
Das Pilgeraufkommen in Blomberg soll so enorm gewesen sein, dass sogar der Vatikan davon erfuhr und schließlich den Bau eines Augustinerklosters bewilligte. Viele Leute spendeten Geld oder Material für den Bau, so konnte 1473 eine spätgotische Hallenkirche, die heutige Klosterkirche errichtet werden. Hier wurden im Laufe der Zeit viele lippische Fürsten, Grafen und Adelige bestattet. Die Klosterkirche ist heutzutage im Besitz der evangelisch- reformierten Gemeinde Blomberg, die hier seit 1538 existierte.
Während des dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt im August 1636 erneut stark zerstört. Nach dem Aufbau in den Jahren danach konnte sich die Industrie in Blomberg entwickeln. Zunächst wurde Blomberg eine Hochburg der Schusterei bis im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die Holzindustrie diesen Wirtschaftszweig ablöste. 1897 erhielt Blomberg schließlich einen Anschluß an das Bahnnetz, was zu einen weiteren Wachstum führte.
Außerdem wurde Blomberg zu dieser Zeit Nelkenstadt, da von hier aus bis zum ersten Weltkrieg über 1.500 verschiedene Nelkensorten gezüchtet und exportiert wurden.
Nach den zwei verlohrenden Weltkriegen Anfang des 20. Jahrhunderts musste Blomberg rund 1.500 Flüchtlinge und 1.600 niederländische Soldaten mit ihren Familien aufnehmen. Die Soldaten bildeten einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die Stadt und es entstanden zu dieser Zeit viele Freundschaften mit Niederländern. Auch nach ihren Abzug blieben viele Niederländer in Blomberg und sie bzw. ihre Nachfahren leben bis heute hier.
Im Jahr 1957 verlegte die Firma Phönix Contact ihren Stammsitz nach Blomberg und bildete damit das Standbein der modernen Blomberger Wirtschaft. Mit rund 3.500 Mitarbeitern ist dieses Unternehmen der größte Arbeitgeber der Region.
Im Jahr 1970 wurde die Zusammenfassung 18 zuvor eigenständiger Gemeinden zu einer Großgemeinde Blomberg mit rund 15.300 Einwohner beschlossen. 1989 wurde der Alheyd-Brunnen zur Erinnerung an Blombergs Geschichte enthült.
Am 7. März 2005 trafen sich der deutsche Bundeskanzler Gerd Schröder und der französische Präsident Jacques Chirac in Blomberg. Damit wurde ein neues Kapitel der Freundschaft zwischen Blomberg und Frankreich eröffnet. 2009 wurde schließlich die Partnerschaftsurkunde mit Lieusaint untereichnet.

Blomberg heute:
Heute hat Blomberg rund 15.282 Bewohner und bedeckt eine Fläche von 99,1km2 (Stand Anfang 2014).

Sehenswürdigkeiten in und um Blomberg:
Klosterkirche- Die Kirche im Stadtzentrum Blombergs hat keinen Kirchturm. Dafür besticht sie durch ihren spätgotischen Baustil, wunderschönen Farbglasfenstern und ihrer Geschichte. Das ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
Martiniturm- Der Martiniturm gehörte ursprünglich zu der Martinikirche. Diese fiel jedoch einen Feuer zum Opfer und wurde aus Kostengründen nie wieder aufgebaut. Seither ist der Martiniturm der Kirchturm der Klosterkirche. An manchen Tagen kann er sogar bestiegen werden und zuweilen finden Ausstellungen in ihm statt.
Marktplatz- Der Blomberger Marktplatz bildet nach wie vor das Zentrum der Stadt. 

Mittelalterliche Gasse

Hier befindet sich das Blomberger Rathaus und in seiner Mitte ist der Alheyd- Brunnen zu finden, der an die Geschichte der Stadt als Pilgerstätte erinnert. Außerdem ist hier jeden Freitag morgen Markt.

Niedertor- Das Niedertor ist das letzte erhaltende Stadttor Blombergs. Normalerweise ist es der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber es bildet trotzdem ein schönes Fotomotiv.

Burg- Die Burg Blomberg wurde unter Simon dem 1. errichtet und prägt seither das Stadtbild. In ihr befindet sich heute ein vier Sterne Hotel und ein Luxusrestaurant.


Quellen:
  1. Internetauftritt Blombergs, 15.11.2014
  2. Blomberg Marketing, 15.11.2014
  3. Wikipedia-Artikel, 15.11.2014